Steuerrücklagen-Rechner

Das Tool gibt dir eine pragmatische Rücklagen-Empfehlung für Freiberufler. Es ist keine Steuerberechnung, aber eine belastbare Orientierung für Liquidität, Vorauszahlungen und Umsatzsteuer.

Deine Angaben

Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen?
Wie konservativ willst du planen?

So ist die Empfehlung gemeint

Das Tool berechnet keine Einkommensteuer im rechtlichen Sinn. Es hilft dir, operativ genug Geld für Steuern, Vorauszahlungen und Umsatzsteuer zurückzulegen, damit dein laufendes Konto nicht künstlich zu gut aussieht.

  • Nutze ein separates Rücklagenkonto, damit Steuerbeträge nicht im Tagesgeschäft verschwinden.
  • Prüfe die Rücklage neu, wenn Umsatz, Kosten oder Vorauszahlungen deutlich schwanken.
  • Plane zusätzlich einen kleinen Liquiditätspuffer für Nachzahlungen und Verzögerungen ein.

Grenzen des Rechners

Der Rechner vereinfacht Progression, Sonderausgaben, private Entnahmen und branchenspezifische Besonderheiten bewusst.

Er ist deshalb vor allem für eine vorsichtige Monatsplanung geeignet, nicht als Ersatz für Steuerbescheid, Vorauszahlungsfestsetzung oder Beratung.

Vertiefend: Steuervorauszahlungen für Freiberufler, Steuern für Freiberufler und Umsatzsteuervoranmeldung.

Wie die Berechnung funktioniert

Der Rechner schätzt deine monatliche Steuerbelastung anhand zweier Hauptkomponenten: Einkommensteuer auf den geschätzten Gewinn und Umsatzsteuer auf den Umsatz.

Für die Einkommensteuer wird ein pauschaler Satz auf deinen Monatsgewinn (Umsatz minus Betriebsausgaben) angewendet. Je nach gewähltem Modus liegt dieser zwischen 18 % (knapp) und 28 % (vorsichtig). Der realistische Modus mit 22 % deckt typische Freiberufler-Situationen gut ab, bei denen Progression, Freibeträge und Sonderausgaben sich teilweise ausgleichen.

Für die Umsatzsteuer wird ein Anteil des Umsatzes reserviert. Dieser ist niedriger als 19 %, weil Vorsteuer aus Betriebsausgaben gegengerechnet wird. Kleinunternehmer nach § 19 UStG oder umsatzsteuerbefreite Tätigkeiten sind davon ausgenommen.

Rechenbeispiel

Situation: Du setzt monatlich 5.000 Euro um und hast 1.200 Euro Betriebsausgaben. Du bist umsatzsteuerpflichtig und planst realistisch.

  • Monatsgewinn: 5.000 € − 1.200 € = 3.800 €
  • Einkommensteuer-Rücklage (22 %): 3.800 € × 0,22 = 836 €
  • Umsatzsteuer-Rücklage (16 %): 5.000 € × 0,16 = 800 €
  • Gesamte monatliche Rücklage: 1.636 €

Von 5.000 Euro Umsatz bleiben dir nach Steuern und Kosten rund 2.164 Euro zur freien Verfügung. Dieses Beispiel zeigt, warum ein separates Geschäftskonto mit Unterkonten für Steuerrücklagen sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent sollte ich als Freiberufler für Steuern zurücklegen?

Als Faustregel solltest du 25–40 % deines Gewinns für Steuern reservieren. Der genaue Anteil hängt von deinem Gesamteinkommen, deinem Steuerfreibetrag, der Progression und deiner Umsatzsteuersituation ab.

Wann muss ich Steuervorauszahlungen leisten?

Das Finanzamt setzt Vorauszahlungen fest, wenn deine voraussichtliche Steuer mindestens 400 Euro im Jahr beträgt. Die Termine sind der 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Mehr dazu im Artikel Steuervorauszahlungen für Freiberufler.

Reicht der Rechner oder brauche ich einen Steuerberater?

Der Rechner gibt dir eine belastbare Orientierung für die monatliche Liquiditätsplanung. Für den Steuerbescheid, komplexe Sonderausgaben oder die EÜR selbst lohnt sich professionelle Hilfe. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, zeigt dir unser Artikel zu Steuerberater-Kosten.