Sozialversicherungsnummer – alles, was du wissen musst

Schon von klein auf wird uns beigebracht, wie wichtig es ist, sich an Regeln zu halten. Rund 7 Milliarden Menschen leben auf der Welt. Vermutlich würde Chaos ausbrechen, wenn alle das tun dürften, was sie wollten. Deutschland ist allerdings Weltmeister, wenn es um Regeln, Gesetze, Auflagen und Vorschriften geht. Neben diesen Anträgen und Formularen zählt auch die ständige Nummerierung zu einem beliebten Werkzeug Bürger zuzuordnen. Steuernummer, Identifikationsnummer, Krankenversicherungsnummer und Sozialversicherungsnummer. In diesem Beitrag möchte ich dir aufzeigen, was eine Sozialversicherungsnummer ist, aus welchen Bestandteilen die sich zusammensetzt und wofür du sie benötigst.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick

Mit Beginn der Industrialisierung entstanden überall Fabriken und die Menschen zogen vermehrt vom Land in die überfüllten Städte. Dort lebten sie unter katastrophalen Bedingungen und auch die Arbeitsbedingungen waren grenzwertig, da sie mit Billiglöhnen abgespeist wurden. Eine soziale Absicherung in Form von Versicherungen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Da Bismarck eine erneute Revolution fürchtete, führte er schrittweise die ersten Versicherungen für die Arbeiter ein. Der Grundstein war gelegt und die Krankenversicherung wurde am 15. Juni 1883 eingeführt. Im Mai 1889 wurde das Gesetz zur Alters- und Invaliditätsversicherung verabschiedet.

Was versteht man unter der Sozialversicherungsnummer?

Während unter der Steuernummer bzw. Steueridentifikationsnummer sämtliche Daten gespeichert werden, die du für die Erledigung steuerlicher Angelegenheiten benötigst, gehört auch die Sozialversicherungsnummer zu eine der wichtigsten Dokumente für dein Leben. Darunter wird eine Kombination von Nummern und Buchstaben verstanden, die von der Rentenversicherung zur eindeutigen Identifikation vergeben wird und lebenslang ihre Gültigkeit behält.

Der Aufbau der Sozialversicherungsnummer

Wie der Aufbau der Sozialversicherungsnummer aussehen muss, wird im Sozialgesetzbuch VI, § 147, Absatz 2 geregelt. In diesem Gesetz sind alle Bestandteile enthalten, die der Aufbau der Sozialversicherungsnummer regeln. Neben diesen Merkmalen dürfen keine weiteren personenbezogenen Daten in die Nummer integriert werden.

  • Die gesamte Sozialversicherungsnummer setzt sich aus 12 Stellen zusammen.
  • Stelle 1 und 2: Bereichsnummer des zuständigen Rentenversicherungsträgers
  • Stelle 3 bis 8: Dein Geburtsdatum im Format TT.MM.JJ
  • Stelle 9: Anfangsbuchstaben deines Geburtsnamens
  • Stelle 10 und 11: Seriennummer, die auf das Geschlecht hindeutet
  • Stelle 12: Prüfziffer

Die Sozialversicherungsnummer erhält jeder Bürger ab Geburt und sie bleibt das ganze Leben über erhalten.

Wann erhältst du die Sozialversicherungsnummer?

Deine Sozialversicherungsnummer erhältst du automatisch, sobald du deiner ersten Tätigkeit nachgehst.

Was ist der Sozialversicherungsausweis?

Den Sozialversicherungsausweis gibt es seit 1991 in Deutschland und wird von der Rentenversicherung ausgestellt. Dieser Ausweis ist für dich als Angestellten ein wichtiges Dokument und bestätigt deine Mitgliedschaft in der Sozialversicherung. Nimmst du eine neue versicherungspflichtige Tätigkeit auf, musst du diesen Ausweis deinem neuen Arbeitgeber vorlegen. Fehlt dieser Ausweis, ist dein Arbeitgeber nämlich nicht in der Lage, die Rentenbeiträge an die Versicherung ordnungsgemäß abzuführen.

Die gesetzliche Grundlage ist § 18h Abs. 2. SGB. 4. Dort wird geregelt, welche Informationen auf dem Sozialversicherungsausweis enthalten sein dürfen. Zu diesen Informationen gehören:

  • Vorname
  • Familien- oder Geburtsname
  • Rentenversicherungsnummer
  • zuständiger Rententräger
  • akademischer Titel (sofern dieser vorhanden ist)
  • Seriennummer
  • Ausstellungsdatum
  • QR-Code (bei neueren Ausweisen vorhanden zum Auslesen der Daten)

Weitere personenbezogenen Daten dürfen in dem Ausweis nicht enthalten sein. Auch das wird im SGB 4 gesetzlich festgelegt.

Vor einigen Jahren erschien der Sozialversicherungsausweis in Form eines rechteckigen, rosafarbenen Dokuments. Neben allen Informationen war außerdem Platz für ein Foto. Dies war insbesondere für die Personen von Bedeutung, für die eine Mitführungspflicht bestand. Heute handelt es sich um ein Dokument, das auf einem normalen DIN-A4-Papier gedruckt ist. Neben sämtlichen, gesetzlich erlaubten personenbezogenen Daten befindet sich auch ein QR-Code auf den neueren Ausweisen. Der Arbeitgeber kann damit die Daten direkt auslesen und diese an das Software-Programm des Unternehmens übertragen.

Bestimmte Berufsgruppen benötigen keinen Sozialversicherungsausweis. Zu diesen Gruppen zählen neben Freiberuflern und Selbstständigen auch Richter, Beamte und Soldaten. Diese Personen sind entweder privat versichert oder sie sind von den Beiträgen befreit. Aber auch Selbstständige und Freiberufler können sich freiwillig gegen die Risiken im Alter absichern. Das werde ich weiter unten genauer ausführen.

Auch ausländische Bürger unterliegen den deutschen Gesetzen und benötigen für Beschäftigungsverhältnisse einen Sozialversicherungsausweis. Besonders betroffen sind hiervon Arbeitnehmer, die sich innerhalb der Europäischen Union befinden. Andere Regelungen liegen eventuell für Arbeitnehmer vor, die zwar eine Arbeitserlaubnis besitzen, aber aus einem Nicht-EU-Land kommen.

Wofür wird der Sozialversicherungsausweis benötigt?

Den Sozialversicherungsausweis benötigst du, sobald du in das Erwerbsleben eintrittst und einer Beschäftigung nachgehst. Zu diesen Beschäftigungsverhältnissen zählt nicht nur eine Vollzeitbeschäftigung, sondern auch der Minijob, ein Angestelltenverhältnis in Teilzeit und ein Praktikum. Durch die Vorlage des Sozialversicherungsausweises soll der unberechtigte Bezug von Sozialleistungen unterbunden werden.

Nach Erhalt deines Sozialversicherungsausweises solltest du diesen unbedingt überprüfen, ob sich eventuell Fehler eingeschlichen haben. Dein Rentenbetrag errechnet sich aufgrund verschiedener Angaben. Zu diesen zählen deine Ausbildungszeit, die Elternzeit, die Pflegezeit und vor allem die Jahre der Berufstätigkeit.

Vor einigen Jahren noch (bis zum Jahr 2009) bestand für Berufsgruppen wie dem Baugewerbe, der Forstwirtschaft, der Gebäudereinigung, dem Logistikgewerbe -und der Personenbeförderung eine Mitführungspflicht für Arbeitnehmer. Diese hatte man eingeführt, da in diesen Bereichen die Schwarzarbeiteranzahl besonders hoch war. Um die illegale Beschäftigung von Arbeitnehmern zu unterbinden, verpflichtete man Beschäftigte aus diesen Bereichen dazu, den Sozialversicherungsausweis ständig mit sich zu führen. Diese Ausweispflicht besteht zwar nicht mehr, allerdings müssen sich Beschäftigte aus diesen Bereichen nun mit einem anderen Dokument ausweisen. Das kann in Form des Personalausweises oder des Reisepasses geschehen.

Woher bekommst du einen neuen Sozialversicherungsausweis?

Solltest du den Sozialversicherungsausweis verloren haben, kannst du bei der zuständigen Rentenversicherung kostenlos einen neuen beantragen. Allerdings benötigt die Ausstellung relativ lange. Hier musst du im Extremfall eine Wartezeit von 3 Monaten einkalkulieren.

Um einen neuen Ausweis zu bekommen, kannst du dich entweder direkt mit der Rentenversicherung in Verbindung setzen oder den Ausweis bei deiner Krankenkasse telefonisch oder online beantragen. Deine Krankenkasse gibt im Anschluss der Rentenversicherung Bescheid und du erhältst deinen neuen Ausweis.

Trittst du eine neue Arbeitsstelle an, wird dieser Ausweis von deinem Arbeitgeber benötigt, um die Daten ins System einzupflegen und auch um die Personalakte vollständig anzulegen. Um deine Gehaltsabrechnungen durchführen zu können, wird diese Nummer unbedingt benötigt. Hast du deine Rentenversicherung nicht zur Hand, hast du verschiedene Möglichkeiten beim Arbeitgeber zumindest die Sozialversicherungsnummer abzugeben. Du kannst dich an die Krankenkasse wenden, die dir dann eine Ersatzbescheinigung ausstellt.

Außerdem findest du die Nummer auch auf alten Gehaltsabrechnungen und sämtlichen Bescheinigungen, die dir von der Rentenversicherung zugeschickt wurden. Hast du dein 27. Lebensjahr bereits erreicht und hast du Beitragszeiten von mindestens 5 Jahre erworben, bekommst du von der Rentenversicherung einmal im Jahr eine Information zugeschickt, die den aktuellen Berechnungsstatus enthält. Auf diesen Bescheiden findest du auch deine Sozialversicherungsnummer.

Auch wenn du jederzeit einen neuen Sozialversicherungsausweis kostenlos zugeschickt bekommst, falls du diesen verloren hast, solltest du in deinem eigenen Interesse auf den Ausweis gut aufpassen. Da mittlerweile sehr viele Arbeitgeber den Sozialversicherungsausweis per E-Mail zugeschickt bekommen möchten, kannst du diesen daheim einscannen. Damit hast du ihn auf dem Computer gespeichert und kannst ihn jederzeit abrufen. Auch die Nummer selber kannst du an einem sicheren Ort notieren, damit du diese abgeben kannst, solltest du den Ausweis einmal nicht finden.

Bei der Heirat ändert sich die Sozialversicherungsnummer nicht

Hast du vor Kurzem geheiratet und einen neuen Namen angenommen? Hast du nachträglich deinen Namen geändert? Oder hast du nach der Scheidung wieder deinen Mädchennamen angenommen? Gründe für eine Namensänderung gibt es viele. In jedem Fall ist es so, dass die Rentenversicherung vom zuständigen Einwohnermeldeamt automatisch über die Namensänderung informiert wird. Du brauchst in diesem Fall nicht einmal einen Antrag stellen. Dir wird automatisch ein neuer Sozialversicherungsausweis zugeschickt, auf dem der korrekte Name ausgewiesen ist.

Vergehen nach der Namensänderung mehr als 6 Wochen, solltest du dich selber darum kümmern. Dazu schickst du ein Schreiben an den Rententräger zusammen mit einer Kopie des Dokuments, das die Namensänderung bestätigt. Dabei kann es sich um die Heiratsurkunde oder ein anderes Dokument handeln.

Auch wenn deine Sozialversicherung deinen Geburtsnamen enthält, ändert sich die Nummer durch eine Namensänderung wie einer Heirat nicht. Den Buchstaben deines Geburtsnamens bleibt ein Leben lang in deiner Sozialversicherungsnummer enthalten.

Rentenversicherung bei Selbstständigen und Freiberuflern

Viele Freiberufler und Selbstständige sind von der Rentenversicherungspflicht befreit. Allerdings gibt es einige Berufsgruppen, die sich pflichtversichern müssen. Dazu zählen beispielsweise Handwerker, Künstler und Publizisten, Selbstständige, die mehrere selbstständige Tätigkeiten ausüben und Selbstständige in Bildung und Pflege.

Auch für andere Bereiche mag eine Versicherung durchaus Sinn machen. So sollten sich Existenzgründer gut überlegen, ob sie sich in der gegen die Risiken im Alter absichern möchten. Gerade wenn man am Anfang der freiberuflichen oder selbstständigen Tätigkeit steht, rückt dieser Aspekt in den Hintergrund. Zwar kannst du als Freiberufler oder Selbstständiger so lange arbeiten, wie du willst, aber im Alter können gesundheitliche Aspekte deine Lebensqualität einschränken. In diesem Fall bist du dann abgesichert und erhältst eine Altersvorsorge auch als Selbstständiger.

Du solltest dich hier immer auf dem Laufenden halten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Freiberufler und Selbstständige jeder Berufsgruppe in ein paar Jahren ebenfalls in die Altersvorsorge einzahlen müssen.

Fazit

Die Sozialversicherungsnummer unterscheidet sich nicht von der Rentenversicherungsnummer. Sie wird von dem Rentenversicherungsträger ausgestellte und befindet sich neben anderen personenbezogenen Daten auf dem Sozialversicherungsausweis, den du bei jedem neuen Arbeitgeber abgeben musst.

Um Schwarzarbeit zu unterbinden, wurde früher die Mitführungspflicht von einigen Personengruppen gefordert. Diese wurde zwar abgeschafft, aber durch eine Ausweispflicht (Personalausweis) ersetzt, um sich im Fall einer Kontrolle vom Zoll identifizieren zu können.

Als Freiberufler und Selbstständiger unterliegst du der Versicherungspflicht, wenn du einer bestimmten Berufsgruppe angehörst. In naher Zukunft könnte allerdings die Pflicht zur Einzahlung in die Altersvorsorge auch von allen anderen Freiberuflern und Selbstständigen verlangt werden.

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