Mac Software für Freiberufler

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Mac-Software-Freiberufler

Heute will ich euch Mac Software vorstellen, die sich in meinem Freiberufler Berufsalltag bewährt hat. Es geht wirklich nur um Desktop Anwendungen und nicht um iPhone Apps, auch wenn einige der Anwendungen iPhone Versionen anbieten.

11Password – Nie wieder Passwörter merken (49,99€)

Man sollte unterschiedliche und möglichst kryptische Passwörter verwenden. Leider kann sich mein Gehirn maximal drei davon merken. Mit 1Password merkt man sich ein Passwort für 1Password, das einem Zugang zu allen anderen Passwörtern gibt. 1Password generiert einem auf Wunsch sichere Passwörter und durch die Browserintegration wird die Anmeldung mit den Passwörtern zum Kinderspiel. Ohne kann ich nicht mehr.

Nachteil: Wer dein 1Password Passwort knackt, hat Geburtstag,Ostern und Weihnachten auf einmal.

2Caffeine hindert den Mac am Schlafen (kostenlos)

Caffeine erscheint nach der Installation als Kaffeetasse in der Toolbar. Klickt man auf die Tasse sperrt sich der Mac nicht und geht nicht in den Schlafmodus. Man kann auch einstellen, für wie lange der Rechner „wach“ bleiben soll.

Wen es auch wahnsinnig macht, wenn der Mac sich schlafen legt mangels Zuwendung, dem sei Caffeine empfohlen.

Caffeine im Mac App Store

3OmniFocus – Fast perfekte To-Do Anwendung (39,99€)

Ich glaube, ich habe so ziemlich jede To-Do-Anwendung probiert. OmniFocus ist für mich nach wie vor die beste Lösung, obwohl es mich wahnsinnig macht, dass es keine passende Webanwendung gibt, da ich manchmal an Windows Rechnern arbeiten muss.

Trotzdem kann man mit OmniFocus vernünftig mit Subtasks arbeiten richtig, was irgendwie für alle anderen eine Herausforderung zu sein scheint. Dir Oberfläche ist zweckmäßig. Wegen der fehlenden Webanwendung habe ich mich mehrmals versucht von OmniFocus zu trennen, aber ich bin nach kurzer Zeit immer wieder zurück zu OmniFocus.

4Launchbar – Schnelle Navigation auf dem Mac (24€)

Hat man sich einmal an Launchbar gewöhnt, kann man nicht mehr ohne. Ich starte alle Programme mit Launchbar. Es ist einfach der schnellste Weg. Launchbar lässt sich über eine Tastenkombination starten. Es öffnet sich ein kleines Eingabefenster in der man seine Kommandos absetzen kann. Im einfachsten Fall ist es das Starten einer Anwendung, aber es können auch Kalendereinträge gemacht werden, einfache Rechenaufgaben gelöst werden und viel mehr.

Alternative: Es gibt auch viele Fans von AlfredApp. Ich nutze es nicht, weil ich schon ewig Launchbar nutze, aber AlfredApp muss auch sehr gut sein.

Launchbar

5Text Expander – Textvervollständigung ($44,95)

Mit Text Expander kann man Textbausteine definieren, die automatisch eingefügt werden, wenn man eine definierte Abkürzung eingibt. Einfaches Beispiel ist zum Beispiel eine Adresse: Man gibt “adr” und drückt die Tab-Taste und eine vollständige Adresse wird eingefügt. Man kann auch Standardmailtexte erzeugen und vieles mehr. Geschickt angewendet spart einem Text Expander einige Zeit, Tipparbeit und entlastet das Gedächtnis.

Text Expander

6Ulysses – Professioneller Markdown Editor (44,99€)

Markdown ist eine einfache Syntax aus der sich einfach HTML Code generieren lässt. Es gibt in zwischen Markdown Editoren wie Sand am Meer. Ulysses unterscheidet sich von den meisten anderen Editoren dadurch, dass man die Texte verwalten kann. Kapitel können einfach per Drag & Drop umsortiert werden. Man kann verschiedene Texte in der Anwendung verwalten. Die Optik stimmt auch, man hat einfach mehr Freude am Schreiben.

7PDF Pen – PDFs bearbeiten (74,99)

PDFs Pen ist auf dem Mac das Programm, um PDFs zu bearbeiten. Mit PDF Pen habe ich vom Hotelzimmer aus Verträge unterschrieben und verschickt. Formulare ausgefüllt, die keine PDF Formulare waren. Mehrere Dokumente in ein PDF Dokument zusammengefasst. Seiten aus PDFs entfernt. Texte geändert. Ich will es nicht mehr missen, obwohl es seinen Preis hat.

8Hazel – Automatisierung für die Dateiverwaltung ($29)

Hazel erledigt regelbasiert Aufgaben auf dem Dateisystem. Beispielsweise: Lösche alle Dateien aus dem Papierkorb, die dort länger als eine Woche liegen. Importiere Dateien, die im Ordner XYZ landen in meine iTunes-Bibliothek. Die Möglichkeiten sind unendlich. Hazel macht einfach unauffällig und zuverlässig im Hintergrund die Arbeit.

Hazel Noodlesoft

  • Hallo Freiberufler Kollegen und Kolleginnen,
    Gerade Freiberufler haben oft ein sehr schmales Budget. Da ist es hilfreich, das es noch immer gute Tools kostenlos gibt. Hier habe ich ein paar Alternativen zusammengestellt:

    für 1. gibt es beim Mac die Schlüsselverwaltung. Die ist bereits kostenlos im Betriebssystem mit dabei. Ansonsten bieten die Browser Firefox und Chrome gute, kostenlose, Plattform übergreifende Möglichkeiten Passwörter zu speichern.

    zu 2. Dein Mac ist zu schläfrig? Einfach auf das Batteriesymbol klicken und “Systemeinstellungen Energie sparen” öffnen. Hier lassen sich die Zeiten einstellen, nach denen der Mac in den Ruhezustand fällt.

    3. Google Kalender bietet kostenlose Aufgabenplanung, aber auch Mozilla Thunderbird oder Windows Live. Vorteil, alles Programme sind auch als Apps Plattformübergreifend verfügbar.

    4. Zur schnellen Navigation auf dem Mac gibt es zahllose Tastenkombinationen. Viele kann man auch frei definieren. Die Standard Belegung kann man sich auch ausdrucken.

    5. Einen kostenloser Markdown Editor gibt es hier: https://daringfireball.net/projects/markdown/

    6. Adobe Acrobat gibt es auch als Monatsabbo ab 25 Euro. Auch kostenlose Varianten gibt es im Netz, z.B. hier http://www.computerbild.de/download/PDF-Editor-Mac-11277184.html

    Angelika Prox-Dampha
    freie Journalistin und Kommunikationsberaterin
    angelika (at) aprox-online.de

    • Hallo Angelika,

      vielen Dank für deine umfangreichen Tipps und überhaupt dafür, dass du dir die Zeit genommen hast.

      Ja, das Budget ist schmal, aber wer sich einen Mac anstatt eines Windows Rechner zum halben Preis kauft, der tut das in der Regel, weil er das subjektiv beste/schönste Werkzeug für seine Arbeit nutzen möchte. Für mich gilt das auch für die Software, die ich täglich benutze. Als jemand, der selbst Software entwickelt, weiß ich wie viel Arbeit und Liebe in diese kleinen Tools gesteckt wurde (häufig von Einzelkämpfern), so dass ich das Geld auch gerne bezahle.

      Noch ein paar Anmerkungen zu den Anmerkungen 🙂

      zu 1) Mit der Schlüsselverwaltung von Apple bin ich am Windows Rechner oder Android Telefon aufgeschmissen. Die Browser merken sich zwar die Passwörter und synchronisieren sie auch, aber man kommt nicht an seine Passwörter, wenn man zwischen Browsern wechselt und wenn man seinen Browser aufräumt und die Passwörter löscht …. 1Password löst diese Probleme, generiert auch komplexe Passwörter, füllt auf Wunsch Formulare mit meinen Bankdaten und mehr. Ja, es ist teuer und ja man zahlt für die Nutzung unter Windows , iOS etc. erneut, aber es löst das Problem mit den Passwörtern auf elegante bequeme Art und Weise.

      zu 2) Ich habe nichts dagegen, dass der Mac im Normalfall Energie spart und will die Einstellung nicht ändern. Manchmal will ich aber eine größere Datei herunterladen, ohne dass ich am Rechner sitze. In diesem Fall soll der Download nicht durch den Ruhemodus abgebrochen werden. Mit Caffeine halte ich den Mac mit zwei Clicks wach. Caffeine ist kostenlos.

      zu 3) Viele sind besser organisiert als ich mit Zettel und Stift :-). Aber mit OmniFocus kann man wunderbar hierarchische To-Do-Listen oerstellen, ortsbasierte Erinnerungen erstellen und nach dem Getting Things Done Prinzip arbeiten. Ich denke, da muss jeder sein Werkzeug finden. Mich hat allen anderen immer etwas gestört.

      zu 4) Man kann auch gut mit Spotlight auf dem Mac arbeiten, aber Launchbar ist einfach schneller. Jeder der sich daran gewöhnt hat, will nicht mehr ohne, da bin ich mir sicher.

      zu 5) Markdown Editoren gibt es viele. Aber das Konzept von Ulysses erlaubt es Kapitel zu verschieben, Texte zu gruppieren. Sich zum Schreiben zu motivieren, ist manchmal schwierig, Ulysses hilft mir dabei.

      Zu 6) Wer ohnehin ein Adobe Abo hat, der fährt sicherlich so besser. Wer keins hat, der zahlt bei PDF Pen nur einmal . PDF Pen ist intuitiv zu bedienen. Die Software stand mir noch nie im Weg, wenn ich etwas erledigen wollte.

      Puh, das ist mehr geworden als geplant, aber über Software könnte ich Stunden diskutieren.

      Viele Grüße,
      Johannes

  • Sven

    Danke für die Liste. Allerdings sind die Funktionen einiger dieser Apps inzwischen im Betriebssystem (El Capitan) integiert:

    Man kann Tastatur-Kurzbefehle konfigurieren, die übrigens auch mit den iOS-Geräten synchronisiert werden (ersetzt zumindest dafür Text Expander). Sehr hilfreich für
    Automatisierung geht auch per Automator (statt Hazel).
    PDFs kann man auch mit der Vorschau-App bearbeiten und auch unterschreiben.
    Spotlight kann auch ein guter Launcher sein.

    Nebenbei empfehle ich auch OmniGraffle, um mal schnell Diagramme für irgendwelche Abläufe zu erstellen.